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Auszubildende der Theodor-Litt-Schule absolvieren Praktikum am Milwaukee Area Technical College (MATC) in Wisconsin, USA.(lesen Sie hier den Bericht in unserer lokalen Presse)
Mit neuen Erkenntnissen, reichhaltigen Erfahrungen und Eindrücken kamen neun Auszubildende der TLS nach einem zweiwöchigem Praktikum am MATC in Milwaukee nach Gießen zurück. Milwaukee, eine 600 000 Einwohnerstadt in der Partnerregion Hessens, in Wisconsin, bietet mit seinem Milwaukee Area Technical College (MATC) einen idealen Partner für das Gießener Berufsschulzentrum. Wenn auch die Größenverhältnisse kaum zu vergleichen sind - das MATC hat ca. 60 000 Studentinnen und Studenten, 4000 Lehrkräfte und 2000 Verwaltungsangestellte - bietet diese Partnerschaft doch vielfältige, interessante Möglichkeiten für gemeinsame technische Projekte und politisch-kulturellen Austausch. Nach Aussage von Barbara Canell, Director Curriculum and Instructional Support, ist die Theodor-Litt-Schule die erste hessische Partnerschaftsschule, mit der ein Austausch auf technischem Gebiet stattfindet. Dies in den nächsten Jahren regelmäßig weiterzuführen wurde von beiden Seiten verabredet.
Im Mittelpunkt des jetzigen Besuchs standen die Kraftfahrzeugmechatronik und der Bereich computergesteuerter Fertigung (CNC, CAD-CAM). Fünf angehende Kfz-Mechatroniker, drei Industrie- und ein Zerspanungsmechaniker sowie die beiden Lehrkräfte mit bilingualem Schwerpunkt Heidrun Ortwein-Ruhl, Volker Thies und Schulleiter Joachim Scheerer waren von der Größe des College, der technischen Ausstattung, der sozialen Einrichtungen und der Herzlichkeit des Empfangs überrascht und fasziniert. Informations- und Selbstlernzentren, Cafeterien, Krankenstation, Bank, Post und Polizei gehören wie selbstverständlich neben großzügigen Labor- und Fachräumen zur Ausstattung des Colleges. Hochmoderne, gepflegte Gebäude und Einrichtungen signalisieren den Schülerinnen und Schülern, dass dies ein Ort des Lernens ist und dass sie willkommen sind.
Alles dreht sich mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft um die Belange der Studierenden und diese verhalten sich dementsprechend respekt- und rücksichtsvoll gegenüber dem Lehrpersonal, Mitstudierenden, Gebäuden und Einrichtungen. Die Gießener Auszubildenden hatten sich vorgenommen, ihre Kenntnisse im Bereich des technischen Englisch zu verbessern. Dazu gab es in den zwei Wochen reichlich Gelegenheit, denn Deutsch wurde am MATC zu keiner Zeit gesprochen. Ob sich der Unterricht nun mit Zündsystemen, Diagnoseeinrichtungen oder mit Motorbaueinheiten auseinandersetzte, die Gießener Auszubildenden waren technisch auf einem hervorragenden Niveau und arbeiteten in der Theorie und Praxis engagiert mit. Dabei wurden Straßenkreuzer, Pick-ups auch Hybridfahrzeuge fachmännisch begutachtet, repariert und gewartet. Konstruieren und Fertigen mithilfe des Computers war das Betätigungsfeld der vier Auszubildenden der Fa. Schunk. Auch ihr Ausbildungsstand überzeugte die amerikanischen "Instructors". Computerunterstütztes Konstruieren in englischer Sprache und das anschließende Fertigen auf hochmodernen Fertigungszentren brachte neue Erfahrungen und technisches Know-how. Barbara Cannell, Director, Curriculum and Instructional Support, und Joe Spitz, Instructor Kfz-Technik, hatten ein fantastisches Rahmenprogramm für die Gäste aus Gießen vorbereitet. Höhepunkt war eindeutig der Besuch des NBA-Basketballspiels Milwaukee Bucks gegen Toronto Raptors. Auf Einladung der Executive Directors, Ray Pedersen, WATDA Foundation (zu vergleichen mit der Kfz-Innung) und Mark Tousignant von der M&I-Bank (Geschäftsleitung einer großen amerikanischen Bank) konnten die 12 Hessen das Spiel aus der VIP - Lounge mitverfolgen und dabei leckere Speisen und Getränke verzehren. Selbst ein Besuch im Spielerbereich, den Lockers (Umkleide, Rekreation- und Physiotherapiebereich) dazu ein Vereins-T-Shirt, Bücher und Plakate gehörten zu diesem unvergesslichen Abend.
Während einer Exkursion bei Harley-Davidson und der Firma Wisconsin Lift Truck gewannen die Auszubildenden Einblicke in große amerikanische Firmen und die Arbeitsbedingungen der dortigen Mitarbeiter. Der Miller Park in Milwaukee mit seinem gigantischen Baseball-Stadion rundeten das Programm ab. Am letzten Tag führte Direktorin, Barbara Cannell, mit den Gästen aus Deutschland eine Reflexion des Praktikums durch, in dem alle in englischer Sprache mündlich wie schriftlich ihre Erfahrungen und Eindrücke wiedergaben. Alle Teilnehmer erhielten ein Zertifikat, was bei zukünftigen Bewerbungen von großem Wert sein wird.
Schulleiter, Joachim Scheerer, bedankte sich vielmals für die große Gastfreundschaft, die perfekte Planung und exzellente Durchführung. Er brachte seine Freude zum Ausdruck, dass bei diesem Treffen eine Zukunftsperspektive für die Partnerschaft zwischen beiden Institutionen entwickelt werden konnte und er im Mai die Gäste aus Wisconsin in Gießen begrüßen kann. |